Das Geschäft mit den Blumen

In antiken Zeiten wurden die Blumen weniger wegen ihrer Schönheit gelobt als wegen ihrer Nützlichkeit - als Färbemittel, in der Medizin, für ihren speziellen Duft oder als Gewürz.

Saffran Krokus
Die ersten kommerziellen Gärten wurden vor mehr als drei Tausend Jahren in Indien angelegt. Hier gab es Pflanzen, die hauptsächlich zur Färbung von Stoff und Leder genutzt wurden. Zum Beispiel Safran, eine Krokussart, die auch heute noch als Farbe und Lebensmittel genutzt wird. Es wurden sogar Zeugnisse des Safran in den Königspalastanlagen von Knossos in Kreta gefunden, wo die Minoer bereits weite Handelswege einschlugen, um an die warme Farbe zu kommen.



Jasmin
Die 'Parfumindustrie' hat ihren Ursprung im Mittleren Osten. Ägyptische Königinnen wusste schon ihre Männer mit Rosenwasser und Jasminduft zu betören und der Prophet Mohammed riet seinen Männern in 'duftendem Wasser zu baden'.Die arabische Welt extrahierte schon vor Jahrtausenden die Öle von Jasmin und Zitrusfrüchten und setzten so den Grundstein für eine heute mehr als florierende Parfumindustrie, in der es sogar spezielle Duftwässerchen für Hunde gibt. Es waren die Mauren, die diesen Brauch genauso wie die Gartenanlagen nach Europa brachten, als sie sich die hibernische Halbinsel Untertan machten. Man denke nur an die traumhaften Anlagen der Alhambra, die auch für die zauberhaften Gärten bekannt ist.

In kälteren Klimazonen wurden eher die robusteren Pflanzen angebaut. Hopfen zur Bierherstellung, Weingärten für den edlen Tropfen, aber auch Kräutergärten, aus denen man Wässerchen und Salben herstellte, um sie an das Volk zu verkaufen. So wurden besonders Klostergärten zu wahren Exportgeschäften und die Mönche machten damit keinen schlechten Handel. Als im 15/16 Jahrhundert viele Reisende unterwegs waren und Blumenund Samen mitbrachten entstand der Boom der Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und vieler anderer. Es wurde blühender Handel mit ihnen getrieben, horrende Preise gezahlt und so mancher ging bankrott, als der Boom wieder abebbte.

Heute werden überall Schnittblumen produziert - Holland allen voran. Garten-Center entstehen fast an jedem Ort. Auf Messen angepriesen, Gentechnik für noch resistentere oder noch mehr duftende Blüten - es werden keine Grenzen mehr gesetzt.

Weltweit kommt jede dritte Blume aus Ländern der dritten Welt. Das bedeutet massiver Einsatz von Pestiziden, die in Europa längst verboten sind und denen die Arbeiter schutzlos ausgeliefert sind. Neben der Belastung von Böden und Wasser durch Pflanzenschutzmittel, stellen auch die langen Transportwege eine eigentlich überflüssige Umweltbelastung dar.

Mag das Geschäft mit den Blumen so manche Schattenseite haben, nichts kann uns mehr Freude schenken, als die ersten zarten Blüten die nach einem langen grauen Winter durch den Boden brechen.