Von der Wildblume zur Gartenblume

Die Gärten von Babylon
Die Gärten sind fast so alt wie die Menschheit und die Zivilisation. Schon die Ägypter kannten den Anbau von Wein und umgaben ihre Tempelanlagen mit wunderbaren Gärten, wo sie Schatten und Muße fanden. Wer kennt nicht die Hängenden Gärten der Königin Semiramis von Babylon? Sie müssen bereits damals wundervoll und beeindruckend gewesen sein.

In Indien wurden schon sehr früh bewässerte, in Sektionen aufgeteilte Gärten angelegt, in denen Safran-Krokusse und viele Gewürz- und Nutzpflanzen gezogen wurden. China und Japan legten ebenfalls Gärten an, kreierten jedoch eher naturgetreue Nachbildungen der eigenen Natur. Noch heute werden diese so angelegt, nach dem Prinzip des Feng-Shui oder des Zen-Buddhismus, die beide immer mehr Anhänger auch in der westlichen Welt finden.

In Persien baute man systematisch Obst wie Pfirsiche, Pflaumen und Quitten an. Die Griechen kannten ebenfalls Gärten, jedoch hauptsächlich als Nutzgärten für die Küche und medizinische Zwecke. Nach dem Verfall des Römischen Reiches, gerieten Gärten in Europa etwas in Vergessenheit und wurden erst wieder durch die Mönche ins Leben gerufen. Sie legten wunderbare Kräuter-Gärten an, die aber auch perfekt zur Kontemplation waren. Die Zeit der Königin Viktoria in England sowie des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. ließ die Gärten in der gehobenen Gesellschaft wie bei seinen Untertanen aufleben und zu Prestigeobjekten steigen.

Gärten von Versailles
Heute teilt man die Gärten - die sich jeder leisten kann, der ein wenig Land zur Verfügung hat - ihrem Stil nach ein. Unter den Hausgärten findet man Bauerngärten, Nutz-, Kräuter-, Gemüse-, Schreber-, Obst- oder Ziergärten, Stein-, Rosengarten und Arboretum fallen unter Botanische Gärten, Themengärten sind Bibelgärten sowie internationale Gärten, und Parkanlagen und historische Gärten werden in Barockgärten, französische oder viktorianische, japanische, persische oder chinesische Gärten und vieles mehr unterteilt. Ein Miniaturgarten entsteht auf einem Minimum an Fläche und beinhaltet viele verschiedene Elemente. Der Phantasie des Gärtners sind keine Grenzen gesetzt - genauso wenig wie seiner Gestaltungsmöglichkeiten. Es lebe der Garten!